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Wir unterstützen Kinder in Kambodscha

Kambodscha erholt sich nur langsam vom Erbe der Gewaltherrschaft der Roten Khmer, deren Terrorregime zwischen 1975 und 1979 mehr als 1,7 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Heutzutage hat sich die Lage in Kambodscha stabilisiert, ohne dass demokratische Verhältnisse herrschen. Es gibt ein hohes Gewaltpotential in der Gesellschaft, es herrschen ein Klima der Straflosigkeit bei Verbrechen und eine weitverbreitete Korruption.

Menschenrechtsverletzungen sind keine Ausnahme, gegen Proteste für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen insbesondere im boomenden Textilsektor geht die Regierung gewaltsam vor und schränkt die Rechte von Arbeiterinnen und Arbeitern sowie Demonstranten ein. Die Bevölkerungszahl Kambodschas ist in den letzten Jahren wieder stark angewachsen, entsprechend ist der Altersdurchschnitt extrem niedrig: Von den etwa 15 Millionen Einwohnern des Landes sind rund ein Drittel Kinder und Jugendliche. Ein mangelhaftes Bildungssystem und fehlende Zukunftsperspektiven sowie die sehr hohe Arbeitslosenrate schränken ihre Zukunftsperspektiven stark ein.

Ihr Ansprechpartner

Jan-Hinnerk Voss
Programmkoordination
Telefon: 05 41 / 71 01-118
j.voss@remove-this.tdh.de

Programmschwerpunkte

Schutzzentren für Kinder und Mikrokredite für Grundbildung

In der schnell wachsenden Hauptstadt Phnom Penh nimmt auch die Zahl der Straßenkinder ständig zu. Den Gefahren der Straße schutzlos ausgeliefert, schlafen sie in Hinterhöfen und Hauseingängen. Viele dieser Kinder stammen aus den armen ländlichen Regionen Kambodschas. Sie haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, müssen arbeiten, um sich oder ihre Familien finanziell zu unterstützen und sind schon früh auf sich allein gestellt. Für den besseren Schutz dieser Kinder vor Gewalt und Ausbeutung haben unsere Partnerorganisationen 60 kommunale und zwei städtische Kindesschutznetzwerke aufgebaut, die dafür sorgen, dass insgesamt rund 114.000 Kinder geschützt sind. Das Betreuungszentrum in Phnom Penh dient als Auffangstation: Hier erhalten die Straßenkinder Unterricht und Beratung in Fragen wie Hygiene und Gesundheit, und sie können einfach spielen und sich ausruhen. Begleitend werden Sport-, Kreativ- und Lektürekurse angeboten. Die Partnerorganisationen von terre des hommes konnten auf diese Weise in den letzten Jahren 3.650 Kinder und Jugendliche, die die Schule abgebrochen hatten, wieder integrieren.

Einen zweiten Programmschwerpunkt bildet die Vergabe von Mikrokrediten in den ländlichen Gebieten im Südosten Kambodschas. Knapp 400 arme Familien und 100 Grundschullehrerinnen und -lehrer erhalten zinsgünstige Kredite, sogenannte Mikrokredite. Sie dienen als Basis für die Gründung kleiner Gewerbe wie Hühnerzucht, Gemüseanbau oder Handwerk und verbessern die Lebensqualität der Familien und ihrer Kinder: Die Kinder können so regelmäßig zur Schule gehen, die Lehrerinnen und Lehrer sich nun ganz auf ihre Lehrtätigkeit konzentrieren, weil sie von ihrem Einkommen leben können und keine Zusatzjobs mehr annehmen müssen.

Ausblick

Eine große ökologische Herausforderung in Kambodscha besteht darin, den Fluss Mekong und seine natürliche Vielfalt als wichtige Lebensader für die Ernährung der Bevölkerung zu schützen. Partnerorganisationen von terre des hommes beteiligen sich daher an der regionalen Kampagne »Unsere Flüsse – Unser Leben« (Our Rivers - Our Life), die neben der Fortführung der Schutz- und Bildungsprojekte ein Schwerpunkt sein wird.


Projektbeispiel

Mut und Kraft zur Selbsthilfe

In den ländlichen Regionen Kambodschas haben die Familien mit Nahrungsknappheit zu kämpfen, die Infrastruktur ist vielerort mangelhaft. Die Organisation »Cambodia Family Support« hilft den Bewohnern bei der Verbesserung ihrer Einkommenmöglichkeiten. mehr

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