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Wir unterstützen Kinder in Peru

Drei Klimaregionen in einem Land, eine immense biologische Vielfalt und ein Reichtum an Gold, Silber und Kupfer – Peru verfügt über wertvolle Ressourcen. Doch an den Rohstoffvorkommen wird starker Raubbau betrieben, der Umwelt und Bevölkerung gleichermaßen belastet.

Zudem ist das Land stark vom Klimawandel betroffen: Anden-Gletscher schmelzen, Klimaschwankungen wie El Niño zerstören die bisher üblichen Erntezyklen und entziehen den Bauern im Hochland wie auch den Fischern am Pazifik ihre Lebensgrundlage. Ein großer Anteil der peruanischen Bevölkerung sind Indigene. Trotzdem wird insbesondere im Bildungssystem kaum Rücksicht auf ihre Sprachen und Traditionen genommen, obwohl das traditionelle Wissen einen reichen Erfahrungsschatz birgt, der in Zeiten des Klimawandels wieder hoch aktuell ist.

Ihr Ansprechpartner

Jens Kunischewski
Programmkoordination
Telefon: 05 41 / 71 01-210
j.kunischewski@remove-this.tdh.de

Programmschwerpunkte

Biologische Vielfalt nutzen, indigene Gemeinschaften stärken

Für viele der indigenen terre des hommes-Partnerorganisationen ist die Idee des »Buen Vivir« sehr wichtig. »Buen Vivir« ist ein komplexes Weltbild, das tief in der Kultur der andinen Völker verwurzelt ist. Im Mittelpunkt steht der Gedanke des »Guten Lebens«, weniger für das Individuum als vielmehr für die Gemeinschaft im Gleichgewicht mit der Natur, der Umgebung und der lokalen Geschichte.

Technische Neuerungen wie die »Grüne Revolution« und die Verbreitung von »modernen« landwirtschaftlichen Methoden haben auch in Peru dazu geführt, dass viele traditionelle landwirtschaftliche Methoden in Vergessenheit gerieten, obwohl sie oft eine den regionalen Gegebenheiten angepasste und nachhaltigere Alternative bieten. Von terre des hommes geförderte Projekte, zum Beispiel in der Anden-Gemeinde Quispillacta, erweisen sich als wirksamere Alternativen zu den modernen Entwicklungskonzepten für den ländlichen Raum Perus. Wir unterstützen deshalb unsere lokalen Partnerorganisationen darin, das Wissen der indigenen Bevölkerung in Peru und die damit einhergehenden traditionellen Anbaumethoden wiederzubeleben, um die Menschen in den Gemeinden auch für die Zukunft zu stärken. Im Mittelpunkt des Programms stehen Techniken der Speicherung und Konservierung von Trink- und Brauchwasser, der Einsatz von an Trockenheit angepasste Saatgutsorten und die biologische Behandlung von Pflanzen- und Tierkrankheiten. All diese Methoden kosten die Familien kaum Geld und können von den Bauern selbst angewandt werden. Es zeigte sich schnell, dass Landflucht und die Abwanderung in die Städte aus der Not heraus deutlich rückläufig sind, weil die Gemeinden im Hochland wieder eine Existenzgrundlage haben. Die Mädchen gehen zudem zur Schule, statt das Vieh zu hüten, und junge Menschen, die gezielt zur Weiterbildung in die Stadt zogen, kehren mit neuem Wissen in die Heimatregion zurück.

Ausblick

Auch in Zukunft wird terre des hommes die Bewohner des andinen Raumes in Peru dabei unterstützen durch nachhaltigere Praktiken des Wirtschaftens und Anbaus die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Vorgesehen ist es, mindestens 50 Anbaumodelle, die den Familien mit ihren Kindern und Jugendlichen eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels ermöglichen, zu sammeln und zu dokumentieren, um sie landesweit verfügbar zu machen.


Projektbeispiele

Wassermanagement in den Anden

Mit zahlreichen Regenrückhaltebecken und einer traditionellen Pflanze, die Grundwasser an die Oberfläche zieht, schützen sich indianische Gemeinschaften in den Anden gegen die Folgen des Klimawandels. mehr

Respekt vor Mutter Erde

In der Region Cuzco bringt terre des hommes indianisches Wissen über Pflanzen, Saatgut, Handwerk und Mutter Natur an die Schulen. Das stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder und hilft gegen die Folgen des Klimawandels. mehr

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