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Wir unterstützen Kinder in Kolumbien

Im Jahr 2016 schlossen die FARC-Rebellen und die kolumbianische Regierung einen historischen Friedensvertrag. terre des hommes Partnerorganisationen gestalteten Teile des Abkommens mit. Aber der Frieden ist brüchig: Insbesondere paramilitärische Gruppen verüben verstärkt Gewalttaten gegen marginalisierte Bevölkerungsgruppen und Menschenrechtsverteidigerinnen.

Doch auch nach einem formellen Ende des Konfliktes werden dessen Auswirkungen noch lange spürbar sein. Generationen von Kolumbianern haben nie Friedenszeiten kennengelernt. Kolumbien steht vor Herausforderungen wie der Entwaffnung aller Kämpfer und ihre Wiedereingliederung in das zivile Leben, die gesellschaftliche Versöhnung und die Entschädigung von Opfern stellen.

Wirtschaftlich geht es in Kolumbien bergauf. Das Land hat in den letzten Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum erlebt, das allerdings zu großen Teilen auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen beruht. So werden etwa für den Kohleabbau Menschen vertrieben und ganze Landstriche zerstört und für den Anbau von Monokulturen weitläufige Flächen entwaldet. Die betroffenen Menschen müssen ihr Land verlassen oder werden gewaltsam vertrieben, Einspruchs- oder Beteiligungsmöglichkeiten sind ihnen verwehrt.

Ihr Ansprechpartner

Jens Kunischewski
Programmkoordination
Telefon: 05 41 / 71 01-210
j.kunischewski@remove-this.tdh.de

Programmschwerpunkte

Menschenrechts- und Friedensarbeit ermöglichen, die Natur schützen

Viele Menschen in Kolumbien haben niemals Zeiten des Friedens erlebt. terre des hommes unterstützt insbesondere junge Menschen dabei, eine Kultur des Friedens aufzubauen und sich für Versöhnung und friedliche Konfliktlösungen einzusetzen. Der »Dialog der drei Stimmen« (Erwachsene, Jugendliche und Kinder) ist dabei ein Leitfaden für die Rekonstruktion der Erinnerung, Wahrheit, Versöhnung und der Gerechtigkeit. Mit diesem Ansatz wird eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit gefördert – eine Grundvoraussetzung für den Schutz und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sie werden darin unterstützt, sich zu organisieren und ihre Stimmen vereint ins öffentliche Leben einzubringen. Erste gute Ergebnisse sind sichtbar: Mit ihren Eltern auf dem Markt arbeitende Kinder fordern ihre Rechte ein, Kinder mischen sich im Rahmen von »Kinderparlamenten« in die Städteplanung ein und entwickeln gemeinsam Strategien gegen die Zwangsrekrutierung junger Menschen durch die bewaffneten Gruppen. Sie organisieren Kulturfestivals, auf denen sie zum Beispiel eigene Musikstücke über ihre Lebenssituation und Themen wie Gewalt und Rekrutierung transportieren und mit der Öffentlichkeit teilen.

Ein zweiter Programmschwerpunkt ist das Engagement für den Erhalt und Schutz der Natur. Das rücksichtlose Verhalten vor allem internationaler Konzerne hat fatale Folgen für die Umwelt und damit die Lebensperspektiven der Menschen: Landstriche werden verwüstet, damit Bodenschätze wie zum Beispiel Kohle oder Seltene Erden abgebaut werden können. Auch hier beteiligen sich Kinder und Jugendliche an Kampagnen gegen die Vertreibung von Kleinbauern durch rohstofffördernde Unternehmen oder setzen sich ein für den Erhalt des Territoriums ihrer indigenen Gemeinden. terre des hommes unterstützt sie in ihren Aktivitäten für ihre institutionell verankerten Rechte auf Schutz vor Gewalt, für Bildung und auf eine intakte Umwelt.

Ausblick

Wenn der aktuelle Friedensprozess hoffentlich erfolgreich verläuft, wird sich terre des hommes verstärkt für die Wiedereingliederung der Vertriebenen sowie die Demobilisierung aller Kindersoldaten einsetzen. Die Begleitung von jungen Menschen auf dem Weg in eine friedlichere Gesellschaft ist und bleibt ein wichtiges Anliegen von terre des hommes.


Projektbeispiele

Die eigenen Rechte stärken

Viele Viertel der Stadt Cartagena leiden unter einer hohen Kriminalität. Vor allem Jugendliche werden von Banden angeworben. Die terre des hommes-Partnerorganisation FUNSAREP arbeitet vor allem mit Kindern und Jugendlichen und eröffnet ihnen Möglichkeiten zu einem Leben ohne Gewalt. mehr

Raubbau stoppen - nachhaltige Entwicklung fördern

In der Gemeinde El Hatillo hat der Kohletagebau Wasser, Boden und Luft vergiftet und die Lebensgrundlage der Menschen zerstört. Die Organisation PAS arbeitet daran, die Situation der Bevölkerung zu verbessern. mehr

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