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Hilfslieferung mit medizinischem Material in Gaza eingetroffen

Vor Kurzem ist es gelungen, über Ägypten drei LKW-Ladungen mit Medikamenten und medizinischen Materialien nach Gaza zu bringen. Die Lieferungen wurden von unserer Partnerorganisatiion PMRS (Palestinian Medical Relief Society) in Empfang genommen. Die neu angekommenen Materialien erlauben es PMRS, ihre Arbeit fortzusetzen. Geliefert wurden einerseits beispielsweise Verbandsmaterialien, um die unzähligen akuten Notfälle zu versorgen, aber auch Medikamente und Materialien für chronisch Kranke. Gerade die Versorgung von chronisch Kranken gerät in Kriegssituationen häufig aus dem Blickfeld, da es so viele akutmedizinische Notfälle gibt. Ebenso waren Mittel zur Seuchenprävention Teil der Lieferung. Diese werden immer wichtiger, da sich mit den steigenden Temperaturen, fehlendem sauberem Trinkwasser und katastrophalen hygienischen Bedingungen Seuchen rasant ausbreiten. Es gibt kaum noch sauberes Wasser, Wasserleitung und Wasserwerke sind beschädigt oder zerstört. Die hygienischen Bedingungen für die Menschen sind katastrophal, viele Familien haben keinen Zugang mehr Sanitäreinrichtungen. Insbesondere Durchfallerkrankungen nehmen rasant. Aber auch Krätze, Läuse, Windpocken und Atemwegsinfektionen verbreiten sich sehr schnell. Da die Krankenhäuser vor allem mit der Versorgung von Verletzten ausgelastet sind, können sie sich kaum um Krankheitsausbrüche kümmern.

Auch wenn es im Angesicht des immensen Ausmaßes an Zerstörung und menschlichen Leids in Gaza als ein Tropfen auf den heißen Stein erscheint, ist jede Form der Hilfe für die Kinder und Erwachsenen lebensnotwendig. Sobald die fast vollständige Blockade Gazas aufgehoben und für Hilfsgüter geöffnet wird, wird PMRS die Betroffenen wieder in größerem Umfang mit den notwendigsten Medikamenten und Behandlungsmaterial beliefern.

Medizinische Hilfe in Gaza

terre des hommes unterstützt über medico international die Organisation PMRS, die seit vielen Jahren mit lokalen Organisationen in Israel und Palästina zusammenarbeitet und sich für Frieden und gegen Gewalt einsetzt. Angesichts der schockierenden Ausmaße des Krieges in Gaza für die Zivilbevölkerung arbeitet PMRS seit den Bombardierungen unermüdlich, um Verletzten und Binnenvertriebenen medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1979 als freiwillige Initiative palästinensischer Ärzt*innen verfolgt PMRS das Ziel, Arzneimittel allgemein verfügbar zu machen und den Menschen einen sicheren Zugang zu Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen. Dies ist besonders im Westjordanland und im Gazastreifen dringend erforderlich, wo Straßensperren, Kontrollpunkte und Belagerungen die Regionen in kleine, schwer zugängliche Gebiete unterteilen. Der Weg zwischen diesen Flecken gestaltet sich als kompliziert, was medizinische Hilfe für Kranke und Verletzte erschwert und oft zu spät kommen lässt. Die Palästinensische Autonomiebehörde ist zudem kaum in der Lage, eine angemessene Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, und viele Menschen können sich private Gesundheitsdienste nicht leisten. Während zu Beginn mobile Gesundheitsdienste zum Einsatz kamen, betreibt PMRS mittlerweile auch feste Gesundheitszentren. Derzeit betreibt PMRS etwa 56 formelle und informelle Gesundheitszentren im gesamten Gazastreifen. PMRS baut die medizinische Grundversorgung systematisch aus und sorgt auch für die Ausbildung von Gesundheitshelfe*innen, die das Kernpersonal der Gesundheitszentren bilden. Die Ausbildung an der PMRS-School for Community Health in Ramallah ist dabei auch ein Schritt, Frauen Perspektiven jenseits von Familie und Mutterschaft zu ermöglichen.

In der aktuellen Kriegssituation in Gaza, in der das mittlerweile letzte verbliebene Krankenhaus versucht, ohne Strom zu arbeiten und die gesamte Bevölkerung Hunger leidet, haben die PMRS-Mitarbeitenden unter schwierigsten Bedingungen Erste Hilfe geleistet. Das Team versorgt auch Flüchtlinge im Süden des Gazastreifens und ist pausenlos im Einsatz, um Verletzte zu evakuieren und Binnenvertriebene so gut als möglich medizinisch zu versorgen. Wichtiges Ziel ist auch, den Ausbruch von Epidemien unter Menschen zu verhindern, die auf der Flucht auf engstem Raum im Süden Gazas ausharren.

15.5.24

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